Das aktuelle Update von Google hat wirklich für viel Wind und noch mehr warme Luft gesorgt.
Nachdem schon seit ein par Wochen die Gerüchteküche brodelt und Google über die Webmasterzentrale Seitenbetreiber auf unnatürliche Links aufmerksam gemacht hat, ist seit gestern (25.04.) die Diskussion am kochen.
Ja, es ist einiges passiert, und das ist gut so. Denn Google ist trotz seiner Marktführerschaft immer noch sehr leicht manipulierbar, insbesondere was das beeinflussen von Rankings durch gekaufte oder (zu) massiv aufgebaute (Anchorkey-)Links anbelangt. Und die Frage ist ob und wann Google je in der Lage sein wird, einen gewollten von einem gekauften Link zu untescheiden.
Natürlich zeigt das Update, dass Google hier einiges verbessert hat, aber es sind nach wie vor unzählige Webseiten auf den besten Rängen, die seit langem Links, teilweise im großen Stil, einkaufen. Dazu hier die Sistrix-Kurve einer großen, deutschen Tageszeitung, die in der glücklichen Lage ist, die gekauften Links in der Fülle der organischen Links zu verdecken. Und für uns ein Beweis, dass Google alles andere als in der Lage ist, gekaufte Links zu erkennen:

Gekaufte Links Tageszeitung
Damit wollen wir niemanden an den Karren fahren, daher auch kein genauerer Ausschnitt, nicht dass sich noch jemand genötigt fühlt, nachzukonstruieren, wenn wir hier meinen. Und ja, wir wissen, dass diese Tageszeitung Links kauft, so wie viele, viele, viele, viele, viele, viele andere auch (noch?).
Das soll auch kein Bashing sein, sondern lediglich veranschaulichen, was für uns die zentrale Aussage ist: PR und PM seitens Google. PM? Panikmache? Warum Panikmache? Das zu erläutern muss ich Alex akaSEO-Woman überlassen, die im Blog von Searchmetrics das gesagt hat, was hier hätte gestern schon stehen sollen:
Sehen wir das doch mal aus Google-Sicht: wir lassen jetzt die SERPs mal ne Woche ordentlich dancen, verschicken in der Woche noch die “blauen Briefe” um richtig Panik zu schüren. Dann erhalten wir folgendes: von den Panik-SEOs und Webmastern bekommen wir die Link-Leute auf dem Tablett geliefert, die unser Algo nicht finden kann. Die Kunden der SEO-Agenturen werden nervös oder springen sogar ab, was uns zusätzliche Umsätze im mind. 7stelligen Bereich liefert (Euro, US-Dollar) denn die stellen sofort die Linkmiete ab und investieren das Geld woanders. Zusätzlich gehen dabei ein paar *hüstel* Mitbewerber/Texter/Linkbuilder drauf. Durch den zusätzlichen Umsatz steigt unsere Aktie. Ich denke dass der Gewinn hieraus für Google im Millionen-Bereich liegt (gesamt). Für die Nutzer ist das teilweise kaum sichtbar (darum auch kaum Beschwerden, aber wäre ja auch egal, gibt ja keinen Support), da die vorher schon meistens auf die ersten Ergebnisse und damit meist AdWords geklickt haben.
Wenn ich mir die Listen hier sowie die von Sistrix und die Kommentare, Blogs etc ansehe: es macht alles keinen Sinn was gerade läuft. Pono-Seiten spült es nach oben (qualitativer Content?), PR-Portale hier runter, dort rauf; Brand-Seiten unter den Verlierern (basf.com) -> alles Käse. Ich würde GAR NICHTS TUN! Kein Link runter, nix verändern, nix melden. Wenn man das so ruhig kann. Tief durchatmen und in Urlaub gehen. Jeder der was runternimmt jetzt, meldet sich im Prinzip selber.Ein Gewinner steht jetzt schon fest: AdWords und damit die Google-Aktie!
Dem haben wir wenig hinzuzufügen. Eines allerdings: Entspannt euch alle wieder, und freut euch wenn Google endlich mal wieder Musik reinbringt! Und für alle die, die hyperventilierend im 3Minuten-Takt zwischen den Sistrix- und Serachmetricswerten hin-und-her klicken: Wir laden euch gerne zu einer kollektiven SEO-Yoga-Session in unseren Räumlichkeiten ein. Anmeldungen bitte über das Kommentarfeld!

Yoga für SEO´s!
Und ja, sowohl Kunden von uns, als auch Projekte haben etwas von sinkenden Kurven, ausgewiesen durch einschlägige Analysetools, abbekommen. Das heißt aber noch überhaupt nicht, dass deswegen der Traffic und/ oder der Umsatz darunter leidet. Das gilt es zum einen erst einmal zu beobachten, zum anderen sehen wir, dass eben auch suchvoluminöse, generische Keywords mit mangelnden Umsätzen an Rankings verloren haben. Und das ist überhaupt nicht schlimm. Das ist sogar gut, da es die CTR positiv beeinflussen wird.
Was sich aber für uns insbesondere bei eigenen Projekten dann doch bald nicht mehr verleugnen lässt: Keyword-Domains sind wohl nicht mehr Google´s best friend. Was schade ist, denn wir haben tausende davon… Aber erst einmal sehen, was die nächsten Tage und Wochen mit sich bringen. Wir sind gespannt, und freuen uns über jede neue Herausforderung, die Google unseren Kunden und uns bietet!


