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Social Media ist als hätte man einen Hund – Teil III: Manchmal geht was schief

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Viele Hundebesitzer kennen das: Der junge Hund ist verspielt und enthusiastisch. Da kann es schon mal sein, dass ein Paar Lieblingsschuhe vom Hund mit Genuss zerkaut und zerlegt werden ;o) Oder man kommt morgens ins Wohnzimmer und wird mit einem betörenden Duft und einem eindeutigen Anblick und gar zweifelhaften Vergnügen auf dem teuren Perserteppich begrüßt.

Flecken auf dem Teppich gehören dazu...

Aber nicht nur junge Hunde machen Ärger. Ebenso kann es passieren, dass sich der eigentlich gut abgerichtete Rhodesian Ridgeback Mischling beim Spaziergang im Park losreißt. Wenige Minuten später kommt er mit etwas zurück, das 300 Jahre zuvor ein probates Mittagessen gewesen wäre…

Im Social Media Bereich sieht es sehr ähnlich aus. Da gibt man sich Riesenmühe und erstellt ein supergeiles virales Video. Das Video bringt kurzfristig enorm Traffic auf die Seite, aber die langfristige Wirkung bleibt aus (*La Paloma pfeif*). Und das ist dann vielleicht sogar noch ein glimpflicher Ausgang.
Die gut geplante Social Media Kampagne kann auch komplett nach hinten losgehen. Vielleicht findet ein einflussreicher Blogger die Kampagne doof und zerreißt sie auf seinem Blog. Oder sie wird von der Zielgruppe einfach ignoriert!? Dann war es nur ein durch Aufwand generierter monetärer Schaden.

Der Super-Gau: Die eigene Kampagne wird von einer Gegenkampagne überflügelt, wie Nestle feststellen musste, als sie ihr Image als umweltfreundlicher Konzern (*lach*) stärken wollten:

Andererseits: Man muss schon sehr mächtig sein, um so eine mächtige, und erfolgreiche, Gegenkampagne zu provozieren.

Reinknien und weiter machen

Wie beim Hund ist es dann auch bei Social Media: Man (und Frau) muss einfach geduldig und authentisch (!) weitermachen, ggf. Schadensbegrenzung betreiben (Thema Offenheit und Ehrlichkeit ist hier wieder gefragt), aus den Fehlern lernen und es das nächste mal besser machen.
So wie man sich hinknien muss, um den Fleck aus dem Teppich zu kriegen, muss man sich auch wieder in die Social Media Kampagnen knien. Der Vorteil der Social Marketeer ist: Anders als Hund-Nebenprodukte stinkt Social Media nicht, also alles halb so wild ;-)

Weitermachen, weitermachen und nochmals weitermachen.
Die American Football Legende Vince Lombardi sagte einmal:

“Winners never quit and quitters never win”
(Sieger geben nie auf und wer aufgibt siegt nie.)

Und das fasst es sehr gut zusammen.

Rückschläge als Ansporn nutzens

Social Media ist ein äußerst dynamisches Feld, es geht hier schließlich um eine Community, um Menschen. Da kann absolut unvorhersehbares passieren. Davon darf man sich aber weder demotivieren noch abbringen lassen. Stattdessen muss man weiter machen, bis man am Ziel ist, vorausgesetzt man hat vorher eines definiert!
Und wenn man am Ziel ist muss man sich gleich das nächste Ziel setzen. Die nächste Kampagne läuft wieder wie geplant und der Hund ist irgendwann auch stubenrein und ein richtig treuer Begleiter!

Hui, das war jetzt ja schon ein etwas düsteres Thema. Nächstes Mal wird’s (vielleicht) sonniger: Da beschäftige ich mich mit Urlaub, Freizeit und Pausen.

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Social Media Marketing ist, als hätte man einen Hund Teil II – Die Bindung wächst!

Mittwoch, 17. November 2010

Es gibt tatsächlich noch mehr Parallelen zwischen Social Media Marketing und der Liebe zu einem Hund. Wie jeder Hundehalter bestätigen kann: Je länger man den Hund hat, desto stärker ist die Bindung. Vorausgesetzt, man pflegt diese!
Ein Hund, den man sich nur anschafft, der dann aber sich selbst überlassen bleibt, wird nie zu einem echten Begleiter. Er wird weder die Wohnung vor Versicherungsvertretern schützen, noch beim Fernsehen auf Ihrem Schoß kuscheln wollen. Er wird Ihnen gegenüber nie die Qualitäten zeigen, die wir alle an Hunden schätzen.

Hundefreundschaft

Kundenbindungen entwickeln sich sehr ähnlich, das muss jedem klar sein, der Social Media zur Reichweitensteigerung, Brandbuildung, Kundenbindung und/ oder  Kundengewinnung betreibt. Bei Social Media geht es um soziale Beziehungen und ein Kunde geht mit Ihnen eine solche (mehr oder weniger) ein. Es liegt an Ihnen, diese in eine positive Bindung zu begleiten!

Ehrliches Interesse auf beiden Seiten

Je mehr, je besser und je länger Sie sich um Kunden und Zielgruppe kümmern, desto enger bindet Sie diese an sich. Aus einem zufälligen Besucher kann ein Kunde, wiederkehrender Kunde und schließlich ein Produktevangelist (nicht zu vergessen den Customerlifecycle!) werden. Sie müssen sich nur bemühen UND kümmern! Hier fängt die Arbeit an. Machen wir uns nichts vor, Kundenbindung zu schaffen und zu festigen ist aufwendig und meist langwierig. Das wussten schon die Altvorderen Analogis, die heute noch von Customerrelationshipmanagement sprechen. Der Kunde will gehegt und gepflegt werden. Er will aber auch Incentives um wieder zu kommen, er will wissen, dass er geschätzt und ernst genommen wird, er will umworben und in seinen kognitiven Dissonanzen gestützt werden.

Da gibt es verschiedene Wege. Es muss nicht immer eine exklusive Kundenaktion sein, obwohl die natürlich gerne angenommen wird.  Es fängt aber schon damit an, einfach für den Kunden präsent und erreichbar zu sein. Wenn Kundenanfragen in kurzer Zeit beantwortet werden (von einem Mitarbeiter, keine automatisierte Antwort) dann ist der erste Schritt schon getan.

Leere Kundenservice Abteilung

So darf der Kundenservice nicht aussehen!

Wenn der Kunde kompetenten Rat erhält, wenn er weiß, dass er bei Ihnen gut aufgehoben ist, dann wächst die Kundenbindung von selbst. Nicht nur das: Kunden, die mit einer Firma und deren Produkten zufrieden sind, empfehlen diese weiter. Diese Empfehlungen laufen nicht nur über Facebook, sie laufen auch über den Kantinentisch! Social Media durchbricht die online/offline-Barriere, das darf man nicht vergessen. An dieser Stelle gibt es bei uns im Unternehmen Stimmen, die ganz ketzerisch behaupten, dass das gar nichts neues ist, sich jetzt aber auf olle Kamellen im neuen Mäntelchen stürzen (müssen).

Die Beziehung zum Kunden besteht – Machen Sie eine Bindung daraus!

Welchen Kanal Sie wählen, bleibt Ihnen überlassen. Der Kundenkontakt kann z.B. über den Blog der Firma, Emails oder einen speziellen Twitterkanal laufen. Einem Mix (gar per Telefon? Per Printmailing? etc.) steht auch nichts im Wege und es gibt auch keinen allgemeinen Königsweg.
Wichtig aber ist: Es muss zu Firma und Zielgruppe passen. Es muss authentisch sein, darf weder unprofessionell noch gezwungen wirken, es muss schlicht und ergreifend gelebt und bestenfalls in der Unternehmenskultur mannifestiert sein.
Eine Beziehung zwischen Kunde und Anbieter wie zwischen Hund und Halter entsteht sofort, auf die eine oder andere Weise. Eine echte Bindung zu schaffen ist eine ganz andere Sache.

Im Web 2.0, im Web der sozialen Netze, geht man unter, wenn man kein Gesicht hat. Bindungen geht man nicht (mehr) zu einer anonymen Firma ein. Man will einen Ansprechpartner, mit dem man ein Gesicht verbindet. In der Werbung der alten Schule, damals, in den Zeiten ohne Internet (Papa, wie kamen die Leute früher ohne Computer ins Internet?), waren das Herr Kaiser und Clementine. Im Internet braucht jede Firma ihren eigenen Sprecher, ihr  eigenes Gesicht.  Zu diesem Gesicht können die Kunden eine Bindung aufbauen.
Das bei häufigem Kundenkontakt, ebenso wie beim Leben mit einem Hund, trotz aller Bemühungen und guter Absichten mal was Unangenehmes passieren kann, ist jedem klar. Das ist kein Grund, in Panik zu geraten. Und wenn Ihnen Ihr Hund mal auf den Teppich pinkelt, dann wissen Sie wahrscheinlich schon warum, oder?

Darüber im dritten Teil mehr.

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Facebook und Bing kooperieren

Donnerstag, 4. November 2010

Bing verzahnt sich mit Facebook. Wenn das mal kein Riesenschritt in Richtung Social Search der Microsoft Suchmaschine ist. Bing wird in Zukunft in der Lage sein, mehr Daten der Facebooknutzer zu verwenden, als der Konkurrent Google.

Die Nutzung dieser Daten kann beispielsweise so laufen:

  • Man kann heiß diskutierte Themen direkt in Suchergebnisse einfließen lassen, Google macht das bekanntlich mit Twitter.
  • Man kann Usern, die bei Facebook eingelogged sind, personalisierte Suchergebnisse, basierend auf ihren „likes“ geben.

Damit hat Microsoft einen strategisch klugen Schritt getan. Jetzt ist auch klar, warum sie sich für damals 240 Millionen USD  bei Facebook eingekauft haben. Dafür bekamen sie damals 1,6% der Firmenanteile von Facebook. Der Deal wurde 2007 mit etwas Erstaunen aufgenommen. Inzwischen hat sich aber Microsofts Weitsicht gezeigt. Der Softwaregigant hat so bei Facebook einen Fuß in der Tür und Mark Zuckerberg  ist ihnen wahrscheinlich wohlgesonnener als er es Google ist.
Diese personalisierte Suche im Netz der sozialen Plattformen  bringt Bing einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Pikant sind dabei einige kleine Details, wie zum Beispiel die Personensuche. Wer in Zukunft Bing nutzt, um nach Personen zu suchen und gleichzeitig bei Facebook eingelogged ist, wird vornehmlich Personenergebnisse aus seinem erweiterten Netzwerk erhalten.
Damit kann natürlich Schindluder getrieben werden. So mancher Datenschützer bekommt jetzt schon bei dem Gedanken an diese Kombination Migräne.  Ob und wann es hierzu gesetzliche Richtlinien geben wird, die die Privatsphäre schützen, bleibt abzuwarten. Inzwischen hat Bing einen erheblichen Vorsprung im sozialen Netz. Schmidt, Brin und Page sind jetzt unter Zugzwang. Als Marktführer müssen sie nachziehen.

Zugegeben, Bings Anteil am deutschen Suchmaschinenmarkt ist verschwindend gering, Google dominiert:

Marktanteile der Suchmaschinen in Deutschland

Deshalb wird diese Verzahnung zwischen Facebook und Bing hierzulande kaum auffallen. Auf dem US Amerikanischen Markt sieht die Situation aber schon anders aus, da hat sich Bing einen ansehnlichen Marktanteil erkämpft:

Marktanteile der Suchmaschinen in den USA

Umso wichtiger ist es jetzt für Google, aktiv zu werden. Mark Zuckerberg  sagte bereits:

“We’re trying to build a platform, so fundamentally, this is not about working with a single company. Over the long term, we would love to work with everyone.” (Quelle)

Love to work with everyone – Facebook ist also auch Kooperationen mit anderen Firmen, und Suchmaschinen, gegenüber offen. Wenn das mal kein Wink in Richtung Google ist.
Microsoft hat mit der Kooperation zwischen Bing und Facebook Social Search salonfähig gemacht. Wenn Google nachzieht, wird Social Search nicht mehr aufzuhalten sein. Damit verändert sich auch das ganze Online Marketing Spielfeld. Social Media Marketing und SEO werden sich noch enger verzahnen, virales Marketing wird an Bedeutung gewinnen. Wer den Moment und damit den Buzz auf Facebook beherrscht, wird die Nase vorn haben. Natürlich ist da momentan noch viel Raum für Spekulation, die Marschrichtung des Social Webs und des Social Searchs ist jetzt aber ziemlich klar.

Marcus Rauchfuß

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Social Media ist als hätte man einen Hund: Teil 1

Montag, 25. Oktober 2010

24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche

Der Spruch „Ein Hund ist fürs Leben, nicht nur für Weihnachten“ ist zwar schon sehr abgedroschen, aber wahr. Entweder man hat einen Hund oder man hat keinen. Ein Hund ist keine Playstation, die man wegpacken kann, wenn man gerade mal keine Lust oder keine Zeit hat. Ein Hund ist immer da. Die Vorstellung, man könnte einen Hund nur zu 50% haben ist Unfug.

Wenn der Mensch den Hund nur montags hat, dann ist das nicht „mein“ Hund, sondern ein Hund zur Pflege.  Der Hund gehört zu jemand anderem und ich bin nur der Pfleger/ Hundesitter.

Bei Social Media ist es ähnlich. Entweder man macht es, oder man lässt es. Die Kunden und Interessenten sind immer da draußen und gehen nicht weg, nur weil man heute keine Lust auf Twitter, Blog und Emails hat. Sobald man mit einer Social Media Kampagne angefangen hat, läuft diese.
Man sollte nicht einfach einen Social Media Kanal eröffnen und ihn dann versanden lassen. Ein Social Media Kanal, auf dem nichts läuft, sendet auch eine Nachricht: Ich mache Social Media, aber nur montags. Kunden/ Interessenten/ Jünger meiner Marke die Dienstag bis Sonntag zu mir kommen, mögen sich bis Montag gedulden. Danke für die Botschaft!

Klein oder groß? Hauptsache es passt!

Analog zu obigem Ausspruch gilt „Social Media ist für die Zielgruppe, nicht nur für mal so“. Das heißt auch, dass man seine Aktivitäten der Zielgruppe anpassen muss. Hat man eine kleine aber treue Zielgruppe, reichen weniger Aktivitäten und auch weniger Kanäle. Da ist der Blog, auf dem Kommentare beantwortet und Fans auf dem Laufenden gehalten werden, oft schon genug.

Global Player brauchen dagegen eine durchdachte Strategie, mehr Kanäle und auch ein Team, dass die unterschiedlichen Kanäle betreut. Je größer die Zielgruppe ist, desto genauer muss man hinsehen, um schnell auf Entwicklungen, Anfragen und Chancen reagieren zu können.

Zu jeder Familie passt ein anderer Hund, zu jeder Firma eine andere Social Media Strategie.

Man muss sich vor dem Start einer Social Media Kampagne, ebenso wie bei der Anschaffung eines Hundes, genau überlegen, ob man Zeit, Ressourcen und auch den Willen hat, es durch zu ziehen. Es nebenher zu machen führt dazu, dass man es i.d.R. falsch macht. Kunden, Interessenten, Kenner der relevanten Szene und andere erwarten heute, dass man auf sie schnell reagiert. Wenn sich eine Teilzeitkraft oder der Praktikant darum kümmert, dann läuft das sehr wahrscheinlich nicht. Das ist dann so, als hätte man den Hund nur montags. Social Media gehört in die Hände der Leute, die das nötige Wissen und die Kompetenz  und die Zeit haben, für die Firma zu sprechen.

Zuwendung macht den Unterschied

Ein Hund gehört entweder zur Familie oder man holt sich besser keinen. Social Media ist entweder Teil der Unternehmensstrategie oder man betreibt es besser gar nicht. Das eine wie das andere halbherzig anzugehen, oder den falschen zu überlassen, führt nur zu unschönen Ergebnissen und  manchmal eher negativen Begebenheiten. Da komme ich später nochmal genauer drauf zurück, hier aber schon mal ein Beispiel und mein letzter Punkt für heute:

Der Hund braucht Liebe, die Zielgruppe auch. Was passiert, wenn man nicht liebevoll mit seinen Kunden umgeht, hat Dell leidvoll erfahren müssen.

Lächeln Sie Ihren Kunden an!

Lächeln Sie Ihre Kunden an!

Die Chefs von Dell bekommen wahrscheinlich heute noch Schweißausbrüche, wenn jemand Jeff Jarvis erwähnt. Herr Jarvis hatte mal negativ über Dell’s Kundenservice geblogged. Dell hat versucht ihn mundtot zu machen, hat mit Klage gedroht und Herr Jarvis hat das weitererzählt. Seine Freunde haben über Dells Verhalten geblogged, deren Freunde haben darüber geblogged, es ging durchs Internet und ließ sich nicht aufhalten. Für Dell war es eine Image- und Social Media Katastrophe. Die Firma erschien Bully erschienen, die nur aufs Geld schaut und keine Kritik duldet. Dell hat lange gebraucht, um diesen Imageschaden zu reparieren.

Besser wäre es gewesen, hätte Dell freundlich und höflich auf Jarvis’ Kritik reagiert und dies konstruktiv aufgefasst. Statt mit Drohungen anzutreten, hätte Dell eine Lösung des Problems versprechen müssen. Sie haben den anderen Weg gewählt und das Kind ist ins Waschbärgehege gefallen…

So geht man nicht mit seinen Kunden um.

Soviel für heute, im nächsten Teil geht es um wachsende Bindungen.

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